Die bunten Schlagröhren sind sehr vielseitig einsetzbar, ob im frühmusikalischen Rhythmusunterricht, als Anschauungsobjekt und Rhythmikhilfe im Instrumentalunterricht, im Ensemble oder auch im Orchester. Boomwhackers machen überall eine gute Figur, lesen sie mehr über die Funktionsweise und Einsatzgebiete.

Was sind Boomwhackers

Boomwhackers gehören zu der Gruppe der Schlagidiophone (Selbsttöner). Sie bestehen aus Kunststoff und die verschiedenen Tonhöhen werden durch unterschiedliche Röhrenlängen erzeugt. Die Klangfarbe kann durch verschiedene Gegenstände auf denen die Röhren angeschlagen werden variiert werden. Es gibt verschiedene Sätze zu kaufen, die Basissätze in diatonisch und pentatonisch lassen sich durch Erweiterungssets ergänzen. So gibt es zum Beispiel Bass oder Sopransets und chromatische Ergänzungssets die mit dem diatonischen Basisset den gesamten Tonraum einer Oktave abdecken.

Was bedeuten die Farben

Durch die Farben kann man die einzelnen Töne schneller und besser von einander unterscheiden, insbesondere Kinder profitieren davon da sie so schnell merken das es sich um verschiedene Töne handelt. Jede Farbe ist dabei einem anderen Ton zugeordnet, im gebräuchlichsten Satz, dem diatonischen Set ergeben sich dabei folgende Farben:

Farbe Ton Bemerkung
Rot C  Im Set doppelt vorhanden einmal in hoch (kurze Röhre) und in tief (lange Röhre)
Orange D
Gelb E
Hellgrün F
Dunkelgrün G
Blauviolett A
Pink B Das internationale B entspricht dem H im deutschsprachigen Raum

Das chromatische Ergänzungsset erschien später und orientiert sich an den Farben des diatonischen Sets

Farbe Ton Bemerkung
Hellrot C# Cis oder Des
Hellorange D# Dis oder Es
Dunkelgrün F# Fis oder Ges
Blau G# Gis oder As
Violett A# Ais oder B (international Bes oder bFlat)

Gibt es dafür Noten?

Ja es gibt sogar einen schier unüberschaubaren Djungel an Noten. Als die Boomwhackers so richtig in Mode gekommen sind hat sich jeder dazu berufen gesehen das Standardwerk für Boomwhackers rauszubringen. Meist ist es bei dem Versuch geblieben. Nur wenige Boomwhackerschulen sind auf die Bedürfnisse der Lehrer zugeschnitten. Generell gilt das der Einstieg möglichst leicht und schnell von Statten gehen sollte denn Kinder sind in der Regel ungeduldig und möchten auch keine langen Erklärungen, sondern sie wollen am liebsten gleich loslegen. Für den Anfang empfehlen sich daher die Werke von Andreas von Hoff, mit seinen beiden Bücher „How To Start“ gibt er dem Lehrer eine schnelle Möglichkeit an die Hand die ersten Stunden abwechslungsreich, aufbauend und nachhaltig zu gestalten. Das Heft „Tipps & Tricks für Einsteiger“ kann zusätzlich herangezogen werden wenn weitere Informationen gewünscht sind. Für den späteren Übergang vom Kastenfarbsystem zu richtigen Noten hat der Autor auch ein zusätzliches Heft herausgebracht. Außerdem gibt es viele weitere Hefte die zeigen wie man die Kinder motiviert und fördert. Alles in allem die beste auf dem Markt befindliche  Heftserie zu den Boomwhackers. Es gibt aber noch weitere Literatur, mehr Informationen dazu finden Sie in unserer Notenübersicht.

Geschichte

Von der Müllzerkleinerung zum Musikinstrument

Erfunden wurden sie von Craig Ramsell aus den USA Mitte der 90er Jahre. Er hat damals Pappröhren zerkleinert um sie zu recyceln. Während er die Pappröhren eifrig in die Tonne schmiss, bemerkte er das musikalische Potential der Pappröhren und fing an zu experimentieren. Er probierte verschiedene Größen und testete das Klangpotential verschiedener Materialien bis er die seiner Meinung nach beste Zusammensetzung fand und entwickelte daraus eine Geschäftsidee.

Die ersten Boomwhackers wurden 1995 produziert und wurden 1997 nochmal überarbeitet wodurch sie eine wesentlich längere Haltbarkeit aufwiesen. Mittlerweile gibt es die Boomwhackers chromatisch in einem Tonumfang über 3,5 Oktaven. Mittels einer kleinen Plastikkappe können höhere Boomwhackers um eine Oktave nach unten transponiert werden. Derzeit sind viele verschiedene Sets erhältlich, es gibt diatonische und pentatonische Basissets, chromatische Erweiterungssets und zahlreiches Zubehör mit dem man die Boomwhackers sogar wie ein Xylophon nutzen kann.

Angeregt durch die Farben und als sinnvolle Ergänzung im Klangspektrum wurden die Chroma-Notes Handbells eingeführt. Sie nutzen die gleichen Farben wie die Boomwhackers und können somit schnell in den Musikunterricht integriert werden. Auch andere Hersteller haben die Farben übernommen, so bietet die Firma Sonor z.B. klingende Stäbe in Boomwhackers Farben an, sogar eine Ukulele wurde schon mit Saiten in Boomwhackers Farben hergestellt.

Klangerzeugung

Wie kann man damit Musikmachen

Das Prinzip der Klangerzeugung mit Boomwhackers ist recht simple und die Entdeckung hat sicher schon jeder gemacht der etwas mit Röhren zu tun hat.  Wenn man ein Röhre auf etwas schlägt erzeugt sie einen Ton. Je länger die Röhre, desto tiefer der Ton. Das funktioniert mit Pappröhren (etwas vom Küchen- oder Geschenkpapier) genauso wie mit Röhren aus dem Baumarkt (Wasserrohre).

Durch das aufschlagen der Röhre wird die darin enthaltene Luft in Schwingungen versetzt, das wiederum erzeugt den Ton, die Tonhöhe wird dabei zum einen durch die Länge der Röhre bestimmt, zum anderen ist es möglich die Röhre um eine Oktave tiefer klingen zu lassen in dem man eine Seite der Röhre verschließt. Bei den Boomwhackers erreicht man dies am besten durch den Einsatz sogenannter Oktavatorkappe. Das hängt damit zusammen das eine beidseitig geöffnete Röhre an beiden Seiten ein Bewegungsbauch entsteht (maximale Ausdehnung der Schwingung) während bei der einseitig geschlossenen Röhre, am geschlossenen Ende ein Bewegungsknoten (geringste Ausdehnung der Schwingung) entsteht und die Länge der Luftsäule dadurch verdoppelt wird.

Anwendungsgebiete

Von der Vielfalt des Musikunterrichtes bis zur originellen Vorführung

Aufgrund ihres geringen Gewichts sind Boomwhackers super für mobile Vorführungen geeignet. Mittlerweile werden sogar Teambuildingmaßnahmen damit durchgeführt. Gerade in größeren Gruppen eignen sich die Röhren hervorragend für das gemeinsame musizieren.

Die bunten Farben kommen besonders bei Kindern gut an, nicht von ungefähr sind Boomwhackers ein elementarer Baustein der Musikerziehung in Kindergärten und Grundschulen geworden. Ohne vorher großartig in die Materie der Notenlehre einzusteigen kann man gleich mit Farbtafeln loslegen und schnell brauchbare Ergebnisse erzielen.

Da für die Boomwhackers keine besondere Spieltechnik von Nöten ist eignen Sie sich gut für die Arbeit mit musikalischen Anfängern, man muss nicht erst lernen den Ton richtig zu erzeugen sondern kann von null auf hundert gleich loslegen, das ist eine Gemeinsamkeit zu den Orff Instrumentarium, allerdings fallen die Anschaffungskosten sowie der Lager- und Transportaufwand wesentlich geringer aus.

Doch man kann mit Boomwhackers auch tolle Performances darbieten, die Blue Man Group mach dies mit ähnlichen Percussioninstrumenten schon seit Jahren vor und mittlerweile gibt es zahlreiche andere Ensembles die sich auf Musik mit Boomwhackers spezialisiert haben. Dabei ernten gerade die originellen Arrangements gepaart mit Spielwitz und handwerklichen Können den meisten Applaus. In unserem Videoblog können Sie demnächst diese Beispiele begutachten.